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Die Erschrecker Crew Osnabrück e. V.

Wer am 7. oder 8. Oktober in den Abendstunden den Hof Hauswörmann in Sutthausen besucht hat, der oder die konnte sich schon einmal hautnah einen Eindruck vom Können der Erschrecker Crew Osnabrück e. V. machen. Hier trifft ein Talent zum Entwerfen von Kostümen auf einen Hang zum Schaurigen. Diese Kombination präsentiert man dann noch bei Dunkelheit in einem Maislabyrinth und voilà – ein Abend voller Grusel-Spaß ist angerichtet.
Wir sind verabredet mit Vanessa und Marcus, die uns von ihrem Verein berichten.

Im Zoo fing alles an

Das Projekt “Erschrecker Crew” nahm seinen Anfang im Jahr 2016. Damals suchte der Zoo Osnabrück DarstellerInnen für das dort stattfindende Halloween-Festival. Die Veranstaltung sorgte zunächst dafür, dass man sich jährlich traf. 2019 intensivierte sich dann der Kontakt, die erste WhatsApp-Gruppe wurde gegründet, man traf sich zum Horrorfilme-Gucken und fasste schließlich den Entschluss, auch außerhalb des Zoos Halloween-Projekte zu unterstützen.
Inzwischen findet man die Erschrecker Crew auf unterschiedlichsten Events von Münster bis ins Emsland. Dazu zählen etwa Auftritte als Walking Acts in Kinos oder Wochenenden im Maislabyrinth. Wer sich das Ganze mal live anschauen möchte, sollte aber schon eine dicke Haut haben, denn die dargestellten Figuren sind im wahrsten Sinne des Wortes erschreckend authentisch und man vergisst schnell, dass hinter den Kostümierungen eigentlich echte Menschen stecken.

Umso größer ist der Kontrast, wenn man die professionellen ErschreckerInnen privat trifft. Dann wird man nämlich nicht erschreckt, sondern man darf sich auf ein nettes Kennenlernen einstellen. Marcus, der auch Grobi genannt wird, spielt gerne einen klassischen Psychopathen. In seiner Rolle kann er schreien, lachen, Leute durch die Gegend jagen und sich komplett auslassen. Vanessa nimmt gerne Rollen an, bei denen sie etwas in der Hand halten kann, wie etwa einen Baseballschläger mit Nägeln.
Festgelegt auf ihre Rollen sind die Mitglieder der Erschrecker Crew aber nicht. Die Kostüme variieren nach Lust und Laune. Dadurch hat man mehr Freiraum und kann immer wieder in neue Figuren schlüpfen. Einige Vereinsmitglieder nutzen die Gelegenheit auch, um in Rollen zu schlüpfen, vor denen sie selbst Angst haben.
Die Kostüme sind hierbei von der Idee bis hin zur Umsetzung alle komplett safe-made. Oft verbringen die Vereinsmitglieder die Wochenenden zusammen beim gemeinsamen Basteln. Dabei kommen alle denkbaren Materialien zum Einsatz, die sich zum Modellieren oder für Detailarbeiten eignen. Fast immer mit dabei: Kunstblut und Kontaktlinsen. Spaß kommt da ganz automatisch auf, wenn beim Basteln auf ein Mal Sätze fallen wie: „Hat jemand meinen Darm gesehen?” oder “wir müssen noch Blut kochen”.
Dass das Ergebnis überzeugt, lässt sich auch am Medienecho erkennen. Nicht nur NOZ und die ON sind mittlerweile auf den Verein aufmerksam geworden. Bei dem letzten Grusel-Labyrinth auf dem Hof Hauswörmann war auch ein Kamerateam von RTL vor Ort, das bundesweit über die Erschrecker Crew berichtet hat.

Eine Leidenschaft für Horror und Schauriges

Und was treibt einen nun an, in seiner Freizeit Leute zu erschrecken? Eine sadistische Veranlagung ist es jedenfalls nicht. Es geht vielmehr um die Freude am Schauspiel und den BesucherInnen ein schön-außergewöhnliches Erlebnis zu bereiten. “Wenn sich die Leute erschrecken oder weglaufen und man dann ein wenig später hört, wie sie den Schreck weglachen, ist das verdammt viel wert.” erzählt uns Freizeit-Psychopath Grobi.
Die verbindende Leidenschaft der Erschrecker Crew für Horror und Schauriges ist wohl tatsächlich nicht ganz alltäglich. Umso mehr schweißt diese Begeisterung aber zusammen und der Verein ist geprägt von einem starken Gemeinschaftsgefühl. Man hält zusammen und jeder und jede kann sich auf den oder die andere verlassen.
Das ist gerade bei Besuchen auf Veranstaltungen wichtig, die die Mitglieder grundsätzlich nur mit mindestens zwei Personen unternehmen. In den stark überwiegenden Fällen reagieren die Menschen positiv auf die ErschreckerInnen. Sollte die Stimmung aber doch mal kippen, sollte man der Situation gewappnet sein. Schließlich lässt sich nie sicher voraussagen, wie Menschen auf die Ausnahmesituation eines Schrecks reagieren. Damit alle Beteiligten Spaß an den Grusel-Events haben, kommt es somit auch immer auf ein gewisses Augenmaß der BesucherInnen an. Gerade Familien mit Kindern sollten sich vorher gut überlegen, ob die Kleinen mit den Horror-Figuren umgehen können.

Die Zusammensetzung der Erschrecker Crew ist bunt gemischt. Die Altersspanne der Mitglieder reicht aktuell von 12 bis 55. Mit dabei ist auch eine vierköpfige Familie.
Grundsätzlich ist jeder und jede, der oder die Freude an Horror und Schrecken hat, im Verein willkommen. Potenzielle Neuzugänge kommen zu einem Kennenlerngespräch vorbei und wenn es passt, ist man dabei. Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit, als GasterschreckerIn reinzuschnuppern.
Ist man als professioneller Erschrecker oder als professionelle Erschreckerin überhaupt selbst noch empfänglich für Grusel und Horror? „Naja, das ist von Typ zu Typ unterschiedlich. Zum Teil stumpft man schon ein wenig gegen Horror-Inszenierungen ab, weil man lernt, die Tricks dahinter zu erkennen.”, erzählen uns Vanessa und Grobi. “Wenn wir zusammen im Kino einen Horrorfilm gucken, kommt es schon mal vor, dass man eher lachen muss als sich zu gruseln.”
Für das kommende Jahr plant die Erschrecker Crew übrigens, ein eigenes Event auf die Beine zu stellen und ist dafür gerade auf der Suche nach einer passenden Räumlichkeit. Auch Spenden sind immer gerne gesehen. Von alten Holzen bis hin zu Stoffen finden fast alle Materialien irgendwie Verwendung. Schließlich müssen die Sachen für den optimalen Gruselfaktor auch nicht unbedingt neu aussehen.

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