3. Oktober 2020

nahtiv

[unbezahlter Werbung] Das Geschäft nahtiv ist der neue Hingucker an der Meller Straße! Mit außergewöhnlichen Kreationen wie Hockern aus Leder und Wolle konnte die Inhaberin Sandra Scholz bereits auf Designmessen auf sich aufmerksam machen. Nun kann sie ihre Kunden im ganz eigenen Laden empfangen und schafft hier nachhaltige Produkte, die es so sicher kein zweites Mal gibt.

In einem kleinen, liebevoll gestalteten Schaufenster an der Meller Straße stehen seit September nun ausgefallene Hocker, bunte Kissen und die ein oder andere Lederhandtasche, die den Blick der Vorbeilaufenden auf sich ziehen. Was früher einmal ein Schuster mit düsterer Wandvertäfelung war, ist jetzt ein heller Laden mit anschließender Werkstatt, in der selbst die Nähmaschinen und Werkbänke sehr dekorativ wirken. Sandra begrüßt uns und wir dürfen direkt auf einem ihrer mit Leder und Wolle bespannten Hocker Platz nehmen. Sofort fallen die eingearbeiteten Details auf, wie ein Einschubfach für Zeitschriften oder eine Tasche für die Fernbedienung, die den Hocker verzieren. Vieles sei durch ihre Kunden inspiriert, erklärt Sandra, während wir den Blick durch die Regale schweifen lassen.

Die gelernte Gestalterin für visuelles Marketing arbeitete viele Jahre in einem Möbelhaus, entschied sich dann jedoch für ein Abenteuer und machte ein Praktikum beim Osnabrücker Polsterer und Raumausstatter Stoffwechsel. Was erst nur für zwei Wochen geplant war, wurde zur Festanstellung und das Nähen damit zu einer neuen Leidenschaft. Gerade das Arbeiten mit Leder schien eine Herausforderung zu sein, der sich Sandra unbedingt annehmen wollte. “Ich mag Leder einfach. Ich mag den Geruch, ich mag die Haptik.”, erklärt sie. Dabei achtet der kreative Kopf immer auf nachhaltige Verarbeitung. Ihr Leder bezieht sie von Leder Brinkmann und kauft damit meist die Restbestände aus der Schuh- und Möbelindustrie. Auch altes Leder, das sie oftmals bei Flohmärkten, bei Stoffwechsel oder auf Ebay Kleinanzeigen findet, verwandelt Sandra in ihre ganz eigenen Kreationen. So wurden Kissen und Hocker aus altem Turngeräteleder kürzlich zum vollen Erfolg. Doch hier gilt: Was verkauft wurde, kann nicht nachproduziert werden, denn sowohl Leder als auch Design sind einfach einmalig. 

Die Eigenheiten ihrer Produkte und besonders des Leders sind Sandra somit sehr wichtig. Viele Kissenmaße werden an die Ledermaße angepasst, anstatt einfache Hüllen für fertige Kissenfüllungen herzustellen. Auch die Lederstücke behalten ihre natürlichen Kanten und weisen an manchen Stellen Narben auf. Da hätten sich die Kunden erst einmal dran gewöhnen müssen, schmunzelt Sandra. Doch nun sind die groben Kanten und das gezeichnete Leder zu ihrem Markenzeichen geworden. Neben Leder arbeitet Sandra vor allem mit Wollstoffen, richtet sich jedoch auch nach den Wünschen ihrer Kunden und bezieht diese in den Herstellungsprozess mit ein.
Wer zu nahtiv kommt, darf mit nach hinten an den Zuschneidetisch und an der Auswahl des Leders teilhaben. Sandra schneidet dann vor den Kundenaugen und steht auch bei der Auswahl des Wollstoffes mit Rat und Tat zur Seite. Damit hat der Kunde nicht nur ein Unikat, sondern auch ein Erlebnis, das er mit seinem Produkt verbindet. 

Mit ihrem Laden an der Meller Straße erfüllte sich Sandra einen Traum, der eigentlich durch Zufall entstand. Bei ihrer Suche nach einer Nähmaschine stieß sie auf Werner und seine Schusterei. Werner, der mit über 90 Jahren nun in Rente ging, hatte zwar seine Nähmaschine schon verkauft, aber noch einen ganzen Laden, der einen neuen Mieter suchte. “Mir ist das nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ich bin nach Hause und meinte zu mir selbst: Ich glaube, ich muss jetzt einen Laden aufmachen!”, erzählt Sandra.
Nach vielen Renovierungsarbeiten in Eigenregie ist der neue Laden kaum wiederzuerkennen, obwohl viel von Werners Inventar immer noch bei nahtiv weiterlebt und auch der Schuster selbst noch kleinere Reperaturarbeiten, die in Sandras Laden gelangen, übernimmt. 

Diese Gemeinschaft ist auch das, was die Meller Straße für Sandra ausmacht. Als sie nach Osnabrück zog, war ihre erste Wohnung ein paar Meter von ihrem heutigen Geschäft entfernt. Sie holte ihre Brötchen beim Bäcker gegenüber und arbeitete in der Bar nebenan. Genau iese Nachbarschaftsverbundenheit ist geblieben und Sandra wünscht sich für die Zukunft, dass mehr Menschen sehen, was die Umgebung der Meller Straße zu bieten hat. Während wir darüber reden, fegt Sandras Nachbar das Herbstlaub vor ihrem Geschäft, schaut kurz durch die Tür und erkundigt sich nach unserem Befinden. Ein wirkliches Sinnbild für das, was Sandra vorher schon beschrieben hat.
nahtiv macht Osnabrück also nicht nur um eine weitere einzigartige Idee reicher, sondern zeigt ebenfalls, dass man auch jenseits der Einkaufsmeilen einiges entdecken kann. 

-Entdeckt von Meike von OsnabrueckBESTEN.de-