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TYPISCHOsnabrück

Die Raubfischgarage

In diesem TYPISCHOsnabrück berichten wir euch von einem Osnabrücker, der es geschafft hat, sein Hobby zum Beruf zu machen. Wir sprechen von Dominic May, der seit vielen Jahren leidenschaftlicher Angler ist. Nach einer langen Entwicklungsphase, viel Schweiß, Blut und Ehrgeiz hat Dominic es geschafft, seinen eigenen Raubfisch-Köder zu entwerfen und auch zum Verkauf anzubieten. Der Herzblut-Angler hat seinen Traum, irgendwann einmal selbst Köder herzustellen, endlich wahr werden lassen und stellt nun seine Köder in seiner eigenen Raubfischgarage her.

Wenn das Hobby zum Beruf wird

Eventuell kennt ihr Dominic bereits, vielleicht nicht aus der Angel-Szene, sondern aus dem handwerklichen Bereich. Denn hauptberuflich ist Dominic selbstständiger Raumausstatter. Als wäre die Selbstständigkeit noch nicht genug, hat er zudem die Raubfischgarage ins Leben gerufen. Um alles unter einen Hut zu bekommen, hat Dominic zusammen mit Franziska Fritz, die ihr bereits aus einem anderen TYPISCHOsnabrück kennt, einzigartige Räumlichkeiten geschaffen – das Atelier 13. Erst 2019 wurde das Atelier an der Lengericher Landstraße von den beiden kreativen Köpfen renoviert. Der wunderschöne Holzboden, bunte Farben und ausgefallene Muster machen den Raum einzigartig und stylisch. Im Hinterzimmer des Ateliers gelangt man dann in die Welt der Gummifische – Dominics Raubfischgarage.

Die Inspiration dafür, eines Tages eigene Köder herzustellen, bekam Dominic vor ungefähr 12 Jahren. Er verbrachte einige Tage auf der Ostseeinsel Rügen – ein fantastischer Ort zum Angeln. In diesem Urlaub sah er dann auch zum ersten Mal die sogenannten Big Bait-Köder bei seinen AngelkollegInnen. Big Bait-Köder sind, wie der Name schon vermuten lässt, große Köder, die mit einer Länge ab 20 cm beginnen. Mit der Verwendung dieser großen Köder steigern AnglerInnen die Chance auf einen großen Fang. Sie werden zum Beispiel eingesetzt um Hechte oder andere größere Kaliber anzulocken. “Das hat mich gepackt“, erzählt uns Dominic mit leuchtenden Augen. Dominic hatte übrigens schon mal einen 1,25 Meter langen Hecht an der Schnur, das ist schon eine Meisterleistung. Nun hat Dominic nach circa zehn Jahren den Schritt gewagt, sein handwerkliches Talent, seine kreative Ader und die Angelerfahrung miteinander zu vereinen. Jetzt sind sie da: ‘‘Die Lieferanten“.

Vom WOW-Moment zum Gummifisch

Dominic hat sich ein hohes Ziel gesetzt, denn er möchte nicht einfach nur Köder, sondern Raubfischköder herstellen, die es so auf dem Markt noch nicht gibt. Also fing er vor circa zwei Jahren damit an, seine Expertise auf diesem Gebiet mit ersten Skizzen zu Papier zu bringen. Er wusste von Anfang an genau, wie seine Köder aussehen sollten. Nach etlichen Zeichnungen und Probeläufen, um beispielsweise das Laufverhalten des Köders zu testen, und diversen Versuchen für 3D-Modelle, druckte der 3D-Drucker nun endlich das eine finale Modell. Mit diesem konnte er seinen Köder nun endlich mit Flüssigsilikon zu einer Form gießen. Diese Form wird im Anschluss mit Plastisol ausgegossen, so entstehen die Köder in Form von kleinen Gummifischen. Was sich so einfach und kurz beschreiben lässt, war für den zielstrebigen Osnabrücker ein harter und langwieriger Arbeitsprozess. Dennoch, für Dominic war das Ergebnis dieses Prozesses noch nicht perfekt genug, denn er wollte eine Gussform, die noch präzisere Ergebnisse liefert. Nach langer deutschlandweiter Suche fand er eine Firma, die ihm einen CNC gefrästen Alublock herstellte. Der Einsatz dieser speziellen Gussform führt nämlich zu einer noch genaueren Herstellung der Köder. Dieser Perfektionismus kostete erneut viel Zeit, Geld und Nerven, aber dazu sagt Dominic nur: „Jammern hilft nicht, dabei freuen sich nur die anderen.“

Aktuell hat Dominic zwei Köder auf dem Markt, die aus dem gleichen Material bestehen, sich aber in der Größe unterscheiden. Den kleinen Köder von 12,5 cm für Barsch und Zander und den 25 cm großen Köder zum Fangen von Hechten. Und eins dürfen wir euch schon mal verraten: Eine Zwischengröße ist bereits in Arbeit. Die Köder sind in elf verschiedenen Farben zu bekommen, die Dominic alle selbst kreiert hat. Alle Köder sind dabei auch noch stark UV-Aktiv und zum Teil glow-in-the-dark. Weitere besondere Merkmale der Köder aus der Raubfischgarage sind, dass sie durch ihre Form einen ordentlichen Druck aufbauen, das Drehen des Schwanztellers um die eigene Achse und zurück und das besondere Laufverhalten. Dominics absoluter Favorit ist “Der Lieferant – M250 in Motoröl-Farbe”. Von außen hat der Köder die Farbe von Motoröl, also braun-rot, sobald der Köder jedoch ins Wasser gelangt, sehen die Fische ihn grünlich. Der Grund für die Farbänderung ist die starke UV-Aktivität.

Dominic bezeichnet sich selbst als angelverrückt, zielstrebig und auch ein bisschen verrückt im Allgemeinen, aber vielleicht ist genau diese Mischung das Geheimrezept für seinen Erfolg. Denn nach so kurzer Zeit beliefert er bereits einige Angelläden, ist auf Messen unterwegs und hat einen eigenen Onlineshop. Dominics größter Wunsch und zugleich größtes Ziel ist es, europaweit bekannt zu werden und sich mit seinen Big Baits einen Namen zu machen. Er sagt zu uns: „Ich gönne es jedem Menschen, einen Fisch zu fangen, aber wenn ein Fisch mit meinem Köder gefangen wurde, ist es ein großartiges Gefühl.“