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Das Schloss Iburg

Unübersehbar thront die Iburg über dem nach ihr benannten Kurort. Bad Iburg hat ohne Zweifel ein beeindruckendes Wahrzeichen! Und auch eines mit Geschichte. Als ehemaliger Bischofssitz des Osnabrücker Bistums hat das Schloss eine engere Verbindung zum Osnabrücker Stadtleben des Mittelalters als man vielleicht vermuten mag.
Außerdem wurde in der Iburg Preußens erste Königin geboren und Peter Maffay bekam hier einen Preis überreicht. Aber der Reihe nach. Bis das alles passierte, mussten erstmal ein paar Jahrhunderte vergehen.

Von Bischöfen und Königinnen

Die Geschichte der Iburg reicht inzwischen fast 1000 Jahre zurück. Den buchstäblichen Grundstein des Schloss, wie wir es heute kennen, legte der Osnabrücker Bischof Benno I, der in den Jahren 1052 bis 1068 auf einem Ausläufer des Teutoburger Walds einen stattlichen Wohnturm bauen ließ. Die Fläche war vorher allerdings nicht ungenutzt. Schon im 9. bis 10. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle eine alte Burganlage, von der inzwischen jedoch nur noch Trümmer übrig waren.
1068 trat dann Benno II. die Nachfolge als Osnabrücker Bischof an. Auf sein Geheiß hin wurde die Iburg bis zum Jahr 1088 zu einer festen Residenz des Bistums Osnabrück ausgebaut und zusätzlich ein Benediktinerkloster errichtet.
Um das Jahr 1100 herum kam dann es zu einem großen Brand in der Osnabrücker Domkirche, bei dem große Teile des Gebäudes beschädigt wurden. In der Folge wurde der Sitz der Osnabrücker Bischöfe in das Schloss Bad Iburg verlegt. Diese residierten hier nun für die nächsten 600 Jahre bis schließlich Ernst August I. im Jahr 1673 beschloss, in das uns allen bekannte Osnabrücker Schloss umzuziehen, um seiner kirchlichen Repräsentationsfunktion gerecht zu werden. Die Iburg wird als bischöfliche Residenz aufgegeben.

Natürlich verstrichen die 600 Jahre der bischöflichen Residenz nicht ereignislos. 1349 löst ein Blitzeinschlag ein Feuer aus, welches die Burg und das Klostergebäude zerstören, die seinerzeit noch fast vollständig aus Holz bestanden. Mitte des 15. Jahrhunderts wird die Burg wegen einer Fehde mit dem Bischof zwischenzeitlich von den Osnabrücker BürgerInnen erobert.
In den Jahren 1482 bis 1508 ließ schließlich Bischof Konrad IV. den noch heute gut erhaltenen Bergfried errichten, der in der Bevölkerung unter dem Namen Bennoturm bekannt wird. Welche prominente Bedeutung dem Bennoturm noch über 500 Jahre später zukommen sollte, damit hat der Bischof damals wohl nicht gerechnet: Er ziert heute das Wappen des Landkreises Osnabrück.
Darüber hinaus war das Schloss Schauplatz von mittelalterlichen Fehden, Belagerungen und nicht zuletzt Geburtsort von Preußens erster Königin Sophie Charlotte von Hannover.

Ein Ort der Geschichte

Die Geschichte der Iburg und ihrer BewohnerInnen könnt ihr heute im Schlossmuseum nacherleben. In den Monaten Mai bis Oktober können BesucherInnen darüber hinaus auch den prächtigen Rittersaal bestaunen, dessen Deckenmalerei den Anschein erweckt, als würde man in einem von hohen Wänden eingerahmten Innenhof stehen. Es ist die einzige perspektivische Deckenmalerei dieser Art nördlich der Alpen, die noch erhalten geblieben ist. An der Südseite des Schlossbergs befindet sich zudem ein Knotengarten, der nach seinem Vorbild aus dem 16. Jahrhundert rekonstruiert wurde.

Heute ist das Iburger Schloss ein wahres Multifunktionsgebäude. In dem historischen Rittersaal werden seit 1975 regelmäßig die Schlosskonzerte abgehalten und einmal jährlich wird hier der Courage-Preis an Personen verliehen, die sich in besonderer Weise dem Gemeinwohl verdient gemacht haben. PreisträgerInnen sind unter anderem Peter Maffay sowie Königin Silvia von Schweden.
In direkter Nachbarschaft zum Schlossmuseum befindet sich heute das Amtsgericht Bad Iburg sowie eine kleine Polizeistation und das staatliche Baumanagement Osnabrück-Emsland.

Das Iburger Schloss gibt wirklich eine malerische Kulisse ab und kann auch im Rahmen von verschiedenen Themenführungen, die von der Touristen-Information Bad Iburg angeboten werden, besichtigt werden. Und auch die umliegende Umgebung lädt zum Flanieren und Verweilen ein. Das ist nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken, dass Bad Iburg 2018 der Austragungsort der Landesgartenschau war, für die die Stadt Bad Iburg die Areal nochmal ganz besonders herausputzte.
Der am Fuße des Schlosses gelegene Charlottensee lädt zu Tret- oder Ruderbootfahrten ein und auf der anderen Seite des Schlosses erwarten euch im Bad Iburger Ortskern zahlreiche kleine Cafés, Boutiquen und Galerien.
Wenn ihr also noch dabei seid, Pläne für den nächsten Wochenendausflug zu schmieden, dann solltet ihr das Schloss Bad Iburg auf jeden Fall in eure engere Auswahl einbeziehen. Ihr werdet es nicht bereuen!

Ihr könnt nicht genug von Schlössern bekommen? Dann schaut doch mal beim Schloss Ippenburg in Bad Essen vorbei und lasst euch von seinen prächtigen Gärten verzaubern.

Oder seid ihr etwa doch keine Schloss-Fans? Dann werft doch mal einen Blick in unsere BESTENListe zu den BESTEN Ausflugszielen bei gutem Wetter. Hier werdet ihr bestimmt fündig.

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