19. Juni 2020

Ein Besuch bei den Stadtpaddlern: Stand Up Paddling auf dem Stichkanal

[unbezahlte Werbung] Auf dem Wasser in den Sonnenuntergang schweben - das ist auf dem Osnabrücker Stichkanal schon seit 2015 möglich. Stand Up Paddling nennt sich die Wassersportart zum Entspannen und Genießen und wir durften bei den Stadtpaddlern erfahren, warum diese Sportart gerade unheimlich viele Osnabrückerinnen und Osnabrücker in ihren Bann zieht.

Beim ersten Gespräch mit Verena Landmeier, die mit ihrem Kollegen Sebastian Brandt die Stadtpaddler gründete, wird schnell klar, dass dieser Bericht nicht nur ein kleines Interview mit bunten Fotos werden wird: Ich solle selbst erfahren, wie es ist, auf dem Board zu stehen und könne deswegen einen der beliebten Anfängerkurse mitmachen.
Voller Vorfreude schwinge ich mich also auf mein Fahrrad und radel’ bei schönstem Wetter zum Wassersportverein. Auf dem Gelände wirkt alles sehr entspannt. Kanus werden zu Wasser gelassen, Mitglieder unterhalten sich freundlich und mittendrin steht die Flagge der Stadtpaddler neben mehreren Boards. Verena erzählt mir später, dass viele Kursteilnehmende ihr Erlebnis mit einem Tag Urlaub vergleichen würden, und dieses Gefühl kann ich von Anfang an direkt nachvollziehen. 

Die Idee der Stadtpaddler entstand aus einer Faszination für den Sport mit der der Physiotherapeut Sebastian schnell seine Kollegin Verena ansteckte. Nach dem Trainerschein stand den Stadtpaddlern nichts mehr im Weg. Osnabrück habe das Herzensprojekt der beiden so gut aufgenommen, dass die Stadtpaddler, nun in ihrer 6. Saison, immernoch stetig wüchsen. “Es hat sich tatsächlich bewahrheitet, dass die große SUPwelle auf uns zu kam… und immer noch kommt!”, lächelt Verena.

Dieses Jahr konnten die Stadtpaddler im Mai in die neue Saison starten. Die Kurse, die online gebucht werden können, seien gut besucht. Auch der Kurs, an dem ich teilnehmen soll, ist ausgebucht. Das liegt auch daran, dass das Stand Up Paddling etwas für jeden ist. Die Stadtpaddler empfehlen zwar, dass Kinder eine gewisse Größe und ein gewisses Gewicht für die Boards mitbringen, aber trotzdem seien dem Alter beim SUP wirklich wenig Grenzen gesetzt. Ich beobachte nach dem Gespräch mit Verena zum Beispiel eine Mutter, die mit ihrem Kleinkind vor sich – natürlich ausgestattet mit einer Schwimmweste – ein wenig auf dem Stichkanal hin und her paddelt. 

Verenas Aussage soll sich auch in dem Anfängerkurs bewahrheiten, den ich nach meinem Gespräch erleben darf. Die Teilnehmenden reichen von Vätern und Müttern mit ihren Kindern über Freundinnen in jedem Alter bis hin zu Paaren, die sich alle fröhlich neben der Stadtpaddler Flagge einfinden. Die Trainerin Anne gibt uns eine schnelle, aber sehr detaillierte Einführung inklusive “Trockenpaddeln” auf dem Rasen. Wichtigste Regel beim Paddeln ist das Rechtsfahrgebot, welches nicht nur an Land, sondern eben auch auf dem Kanal gilt. Danach schnappt sich jeder sein Board und begibt sich auf den Weg zum Steg des Wassersportvereins. Nun heißt es Koordination: Immer zwei Teilnehmende lassen ihr Board zu Wasser und steigen vorsichtig auf. Schnell paddelt die ganze Gruppe im Sitzen auf dem Zulauf des Stichkanals. Mit ein wenig Geschick vermeiden alle eventuelle Zusammenstöße mit den Ruderbooten, die am Steg gegenüber ablegen. 

Nach und nach ermutigt Anne uns, einmal auf dem Board aufzustehen. Das klappt erstaunlicherweise bei allen auf Anhieb sehr gut und somit können wir schnell als Gruppe auf den Stichkanal paddeln.
“Wasser macht happy, vielleicht merkst du das auch gleich!”, sagte Verena mir vor dem Kurs noch und wieder einmal kann ich genau das bestätigen. Es herrscht gute Stimmung in der Gruppe, obwohl wir erstmal gegen ein wenig Wind anpaddeln müssen. Ich merke, dass das Halten der Balance und das Paddeln gegen den Wind zwar anstrengend ist, aber die sportliche Betätigung ganz schnell vergessen wird, wenn man das einmalige Ambiente des Stichkanals vor und neben sich hat. Überall fröhliche Gesichter, lachende Menschen, die auf und am Wasser die Sonne genießen und mittendrin wir, die immer sicherer auf unseren Boards werden.

So schnell wie ich das erste Mal auf dem SUP-Board stehe, so schnell muss ich auch wieder zurück an’s Ufer. Die Zeit vergeht in Windeseile, wenn man sich auf sein Board und die Umgebung konzentriert. Zum Glück gibt es nach dem Anfängerkurs die Option, eine SUP-Lizenz zu erwerben, welche es möglich macht bei den Stadtpaddlern, aber auch bei anderen lizenzierten Schulen deutschlandweit, Boards und Paddel für die nächste Tour auszuleihen.
Wer außerdem das Gruppengefühl durch den Anfängerkurs schätzen gelernt hat, kann beim abendlichen Paddeltreff der Stadtpaddler am Dienstag teilnehmen. So lernt man andere begeisterte Paddler beim “Feierabendpaddeln”, wie Verena es nennt, kennen und schwebt gemeinsam auf dem Stichkanal gen Sonnenuntergang.

– Entdeckt von Meike von OsnabrueckBESTEN.de –